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PlanetengeodäsieFeld Tagebuch - Team Gahberg

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Feld Tagebuch - Team Gahberg

Aurüstung Gahberg

Smart Panoramic Optical Sensor Head camera system (SPOSH):


Canon EOS 5D:


Mehrere kommerzielle, digitale Spiegelreflexkameras zu privat-dokumentarischen Zwecken.

Desweiteren fanden sich Notebooks, eine Datenverarbeitungseinheit (DPU), Taschenlampen und Stative (freundlichst gestiftet von den Mitgliedern des hiesigen Observatoriums), Biertische und Bänke, ein improvisiertes Kaffeeservice für 9 Personen und ein Kabelsalat teils biblischer Ausmaße in unserer Ausrüstung wieder.


Standort sternwarte Gahberg

Stationskoordinaten: Nord 47°54'48" , Ost 13°36'33", 860m ü.N.N.Die Sternwarte Gahberg befindet sich in der Touristenregion Attersee, ungefähr 3km nördlich der Gemeinde Gahberg (Kreis Weyregg am Attersee). Der Standort bietet eine überwältigende Aussicht auf das Höllengebirge im Süden und den Attersee in westlicher Richtung. Die Sternwarte selbst wird vom Astronomischen Arbeitskreis Salzkammergut betrieben und wird derzeit durch den Obmann Erwin Filimon repräsentiert. Sämtliche verfügbare Gerätschaften wie Teleskope, Kameras und netzwerkfähige Computer wurden durch die ungefähr 500 Mitglieder des Vereins selbstfinanziert und teilweise selbst gebaut. Desweiteren verfügt die Station über eine Meteoritenortungskamera und unterstützt das European Fireball Network.

Unterkunft

Unser Team übernachtete (oder vielmehr ‘übertagte') im Gästehaus des Alpengasthofs Kogler, etwa 200m südwestlich der Sternwarte. Nebst der einmaligen Alpenlandschaft und der Bequemlichkeit, unseren Arbeitsplatz in Gehweite zu haben genossen wir komfortable Betten, private Badezimmer, original Österreichische Mahlzeiten und die Gastfreundschaft sehr herzlicher und flexibler Wirtsleute.

Feldarbeit

Tag 1 (11.08)

Unser Team traf sich auf dem Parkplatz des DLR in Berlin Adlershof gegen 8.30Uhr. Man packet in Ruhe die Ausrüstung in den Kleinbus und verließ Berlin gegen 9.00Uhr, Ankunft am Gasthof Kogler in Gahberg gegen 17.45 CEST. Bis die Schlüssel für unsere Zimmer organisiert waren und jeder sein Gepäck nach oben verfrachtet hatte wurde es 18.30Uhr .... Abendessen im Hotelrestaurant: 19.00Uhr .... Treffen mit Erwin Filimon am Observatorium: 20.00Uhr ... da blieb nur wenig Zeit, sich häuslich niederzulassen oder nach der langen Autofahrt nach Österreich etwas auszuruhen. Für diese kleinen Unannehmlichkeiten wurden wir allerdings durch den atemberaubenden Ausblick auf das Höllengebirge und den Attersee, der sich vor uns ausbreitete zu Genüge entschädigt.

Nacht 1 (11-12.08)

Wetterbedingungen: Bewölkt. Anfangs 100%, später 60 bis 20% Wolkenbedeckung, Richtung Nordost ziehend; Temperaturen um die 13°C
Messungen: Messbeginn gegen 00:50 Uhr Ortszeit, Aufnahmen über insgesamt 4 Stunden hinweg. Die Kameras wurden gegen 21.00 Uhr bei starker Wolkendecke aufgebaut und mussten gegen 23:30 Uhr wegen eines Regenschauers wieder abgebaut werden. Ab 01:00 Uhr verbesserte sich das Wetter zunehmend. Gegen acht Uhr steuerten wir die Sternwarte Gahberg an - unsere Home Base für die folgenden drei Nächte - wo wir Erwin Filimon kennenlernen durften. Nach herzlicher Begrüßung und einem kurzen Plausch bauten wir unsere Ausrüstung auf einer Weide ca. 20m westlich der Sternwarte zusammen. Wir hatten Glück, dass die Meteor Kamera in unserer Reichweite lag, da die Gutste an das hiesige Stromnetz angeschlossen ist und uns mit Elektrizität versorgte! Unser Standort litt nur wenig an Lichtverschmutzung und zusätzlich hatten wir Neumond, so dass die Nächte uns absolute Dunkelheit versprachen ... und dunkel wurde es sehr, und das sehr bald! Aber all das Üben im DLR während der Tage zuvor zahlte sich aus, so dass wir die Kameras ohne Probleme aufstelle konnten und gegen 1:30 CEST startklar waren. Das Wetter spielte anfangs nicht so richtig mit, besserte sich aber stetig und hielt uns die Nacht durch bei Laune. Nur noch eines fehlte uns noch zum Glück ...... KAFFEE!

Tag 2 (12.08)

Nach schmächtigen 4 Stunden unterbrochenen Schlafes versammelten sich alle gegen 10.00 Uhr am Frühstückstisch (Frühstücken nur bis 10:30!). Dort durften wir die wunderbare Servicekraft Christine kennenlernen, die uns großherziger Weise mit Geschirr, Wasser-kocher, Kaffee und Zucker fürs Observatorium versorgen konnte - Danke Christine :-D Dann, 14:00 Uhr, Treffen im Observatorium, um sich einen Überblick über die am Vorabend gesammelten Daten zu verschaffen. Bis zum Abendessen blieb uns ein wenig Zeit der Muse überlassen, allerdings haben sich die Meisten dazu entschieden, sich noch einige weitere Stunden musischen Schlafs zu verschaffen.

Nacht 2 (12-13.08)

Wetterbedingungen: 100% bewölkt, Nebel, leichter bis heftiger Niederschlag, Temperaturen zwischen 17-15°C. Die Wettervorhersage versprach ein kurzzeitiges Aufreißen der Wolkendecke, was leider nicht zu uns durchkam. Messungen: Keine Aufzeichnungen, Bemühungen wurden gegen 3:00 Uhr Ortszeit abgebrochen. Wieder trafen alle um 20:00 Uhr am Observatorium ein, bereit für die nächste Session und hochmotiviert für eine lange Nacht mitten im Maximum der Perseiden und voller Sternschnuppen .... leider verhielt sich das Wetter schon den ganzen Tag über nicht sehr vielversprechend und verschlechterte sich bis 3:00 Uhr morgens zusehends. Man vertrieb sich die Zeit mit Daten-durchstöbern, alten gebunkerten Vorträgen, Filmdiskussionen und einer kleinen Privatführung durch das von Vereinsmitgliedern selbst erbaute und aufwändig ausgestattete Observatorium.

Tag 3 (13.08)

Nach bereits zwei neun- und sieben-stündigen Nachtschichten zog der Tag recht unbemerkt an uns vorbei. Ein Blick auf die dicken Nebelschwaden, die sich im Tal festgesetzt hatten hielt unsere Lebensgeister im Tiefschlaf. Einige verschafften sich mit Jogging oder einer kleinen Wanderung etwas Bewegung, der Rest verdümpelte die Zeit im Bett oder schmökerte in den Büchern des Observatoriums ....

Nacht 3 (13-14.08)

Wetterbedingungen: 100% Wolkendecke, dichter Nebel, erheblicher Niederschlag, Temperaturen um die 15°C.Messungen: Keine! Kampagne gegen 3:00 Uhr Ortszeit beendet. Nach der Enttäuschung über das verpasste Perseiden-Maximum reagierte man recht gefasst auf die üble Wetterlage, auch wenn es überraschte, dass der dichte Nebel gegen Abend tatsächlich noch dichter werden konnte! Nach sieben langen Stunden des Wartens auf besseres Wetter packten wir gegen 3:00 Uhr unsere sieben Sachen und verließen die Sternwarte...

Tag 4 (14.08)

Die Anstrengung der letzten Nächte machte sich durch leicht betonte Augenringe und eine deutlich sinkende Pünktlichkeitsrate am Frühstückstisch bemerkbar ;-) Dennoch kamen alle noch einmal zu frischer Kuhmilch und hauseigenen Eiern zusammen bevor wir uns gegen 10.00 Uhr auf den Heimweg machten - enttäuscht über die beiden verregneten Nächte, doch zumindest Stolz auf eine Ausbeute von immerhin 4 Stunden Aufnahmezeit und 8000 SPOSH-Fotos ... Ankunft Berlin: 17.00 Uhr.

Fazit

Wir verbrachten ein paar wenig erholsame, dafür höchst interessante und lehrreiche Tage mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung eines wunderschönen Naturschauspiels ... und dies in überwältigender Landschaft, guter Gesellschaft und mit einem sehr ausgefallenen Messinstrumentarium, das man in dieser Form wohl nur selten in die Hände bekommen wird!
Zusätzlich erhielten wir Einblicke in den Betrieb des DLR und die Arbeiten vieler Diplomanden, Doktoranden und wissenschaftlicher Mitarbeiter.Unser Fazit: Mühe, die sich auf ganzer Linie bezahlt macht :-DTipps für nachfolgende Studenten:
Trotz guten Wettervorhersagen -> nehmt warme Klamotten und festes Schuhwerk mit. Außerdem möge wer hat eine eigene Taschenlampe einpacken ... an Licht fehlt es immer.


Danksagung


(Text von: Roswitha Neumann, Student, IGG, TU Berlin)

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